Yakhaltung am Kloareinischhof

Der Kloareinischhof

 

liegt auf der Koralpe, in 1.200 m Seehöhe, im Gemeindegebiet des seiner idyllischen Lage wegen geschätzten Marienwallfahrtsortes Osterwitz (Bezirk Deutschlandsberg, Steiermark). Der Hof ist etwa 800 Jahre alt, seine Geschichte sowie die Geschichte des Gebietes und der Osterwitzer Kirche sind in einer Hofgeschichte ausführlich dokumentiert (Gerfried Pongratz: Hofgeschichte des Almbauernhofes "Kloareinisch").      

Der Hof verfügt über Weideflächen sehr unterschiedlicher Qualität, neben Mähwiesen gibt es steile Hartgräserwiesen, Fels- und Buschland mit z.T. alpiner Flora, Sumpfflächen mit Sauergräsern und  Ödland mit unterschiedlichem Baumbestand. Einige Quellen und ein kleiner Bach versorgen unsere Yaks mit dem notwendigen Wasser. Die gesamte Weidefläche ist für  die Tiere mit einem etwa einen Meter hohen Spitzdrahtzaun eingezäunt, die auf Grund ihres Grasbewuchses wertvolleren Wiesen und Mähweiden sind in Koppeln unterteilt.

Während der Sommermonate ist das Klima am Hof angenehm kühl und erfrischend, im Herbst und Winter sehr kalt, aber im Gegensatz zu den Tallagen, die häufig im Nebel liegen, meist sonnig. Die Schneelagen sind im allgemeinen hoch, die Schneedecke bleibt meist von Anfang November bis Mitte April geschlossen.

Seit 1995 betreiben wir auf dem Kloareinischhof Yakzucht, die Tiere sind für unsere Höhenlage gut geeignet und fühlen sich augenscheinlich wohl.

Im Winter bleiben unsere Yaks ständig im Freien und sind oft so weit eingeschneit, dass nur mehr der Kopf aus dem Schnee ragt. Etwa ab Anfang November beginnen Wolle und Flaum verstärkt zu wachsen; je kälter es wird, desto schneller erfolgt die Wollzunahme. Innerhalb von 6 Wochen verdoppelt sich das Haarkleid der Tiere und bis Mitte Dezember haben sie die volle "Winterausrüstung" erreicht. Auch extreme Minustemperaturen verursachen ihnen dann keinerlei Probleme.

Im Sommer ist die Situation etwas schwieriger: Etwa ab Ende Mai, bei Tagestemperaturen von über 20° C, kann man sehen, dass die Tiere unter der Hitze und vor allem auch unter Fliegen und Rinderbremsen leiden. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Rinderrassen sind die Ohren von Yaks nicht groß genug, um damit auf die Augen zu schlagen und Fliegen zu vertreiben. Spätestens ab diesem Zeitpunkt muss den Tieren tagsüber ein schattiger, kühler Aufenthaltsort zur Verfügung stehen. In unserem Fall sind das dichte Unterholzbestände und ein alter aus Steinen gemauerter Stall, der kühl und wegen der darin herrschenden Dunkelheit fliegenfrei ist. Zu anderen Jahreszeiten gehen die Tiere nur dann in den Stall, wenn ihnen dort Lockfutter angeboten wird.

Warum Yaks?

Wie in der Einleitung erwähnt, benötigen wir für unseren Hof Tiere, die im Hinblick auf Futter anspruchslos sind, sehr wenig Pflegeaufwand erfordern, auch unsere Extensivweiden in schwierigem Gelände nutzen und im Winter mit Heu- oder Silagevorrat tagelang im Freien allein gelassen werden können. Yaks erfüllen diese Anforderungen in idealem Ausmaß, sie sind für extensive Bewirtschaftungsformen in kühlen Klimagebieten, bzw. Höhenlagen, allen anderen Haustieren überlegen. Nicht zuletzt aber auch wegen ihrer Zutraulichkeit, ihrer Intelligenz und ihrem schönen Erscheinungsbild haben wir sie ins Herz geschlossen und möchten sie nicht mehr missen. Unsere Tiere werden von uns nicht nur als Wirtschaftsfaktor und "Betriebsmittel", sondern auch als "Haustiere" im engeren Sinne betrachtet und gehalten.

Zusammenfassung 

Aus den körperlichen Merkmalen des Yak und aus seinen besonderen Eigenschaften und Verhaltensweisen ergibt sich, dass diese asiatische Rinderart unter geeigneten Bedingungen  auch in Europa sinnvoll zu halten ist und eine interessante Alternative für extensiv bewirtschaftete Höhenlagen darstellt. Trotz der im Vergleich zu einheimischen Rindern geringen - aber besonders hochwertigen - Fleisch- und Milchproduktion kann mit Yaks wegen ihrer sehr niedrigen Haltungskosten und des extrem geringen Arbeitsbedarfes ein relativ hoher Deckungsbeitrag erwirtschaftet werden. Die Tiere müssen zudem auch als Landschaftspfleger gesehen werden; sie sind wegen all dieser Eigenschaften  in die nationalen und europäischen Förderungsmaßnahmen für Almwirtschaft, Rinderhaltung, Biolandwirtschaft etc. einbezogen.